Streit um Sporthalle in Duisburg-Rheinhausen spitzt sich zu

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Streit um Sporthalle in Duisburg-Rheinhausen spitzt sich zu

Der Stadtsportbund Duisburg fordert einen echten Ersatz für die Sporthalle an der Krefelder Straße. Warum der Streit um den Standort jetzt neue Fahrt aufnimmt.

© Matthias Ott - Fotolia

Der Stadtsportbund Duisburg positioniert sich klar in der Debatte um die Zukunft der Sporthalle an der Krefelder Straße in Rheinhausen. Nach Angaben des SSB besteht dort dringender Handlungsbedarf. Hintergrund ist auch eine mögliche Förderung aus Berlin in Höhe von acht Millionen Euro für einen Neubau. SSB-Vorsitzender Uwe Busch sieht darin ein deutliches Signal für die Bedeutung des Projekts. Aus Sicht des Verbands geht es jetzt darum, gemeinsam mit allen Beteiligten eine tragfähige Lösung zu finden. Der SSB fordert dabei keinen Zwischenweg, sondern eine Sporthalle, die nach eigener Darstellung auch langfristig den Bedarf in Duisburg decken kann.

Kritik an Plänen nahe der Greenschule

Kritisch sieht der Stadtsportbund die Überlegung, den Ersatz für die Halle an einem Standort nahe der Greenschule umzusetzen. Nach Einschätzung des SSB würde ein solcher Neubau weder den Schulsport in Rheinhausen noch die Situation für Handballvereine und andere Nutzer der bisherigen Halle ausreichend verbessern. Der Verband argumentiert außerdem, dass die Halle an der Krefelder Straße aktuell eine besondere Rolle für größere Sportveranstaltungen spielt. Genannt werden in der Mitteilung unter anderem Deutsche Meisterschaften im Judo und der Hallenfußball-Stadtpokal. Eine Sechsfachhalle an der Greenschule sei dafür aus Sicht des SSB keine gleichwertige Lösung. Als sinnvoll nennt der Verband stattdessen entweder eine grundlegende Modernisierung der bestehenden Halle oder einen Neubau an anderer Stelle, etwa auf dem Gelände des OSC.

Fehlende Sportstunden an Duisburger Schulen

Nach Darstellung des Stadtsportbunds fehlen den Schulen in Rheinhausen schon jetzt erhebliche Hallenkapazitäten. Uwe Busch spricht davon, dass selbst bei Umsetzung bereits geplanter Projekte pro Woche rund 225 Sportstunden ausfallen würden. Sollte die Halle an der Krefelder Straße durch einen Neubau an der Greenschule ersetzt werden, kämen laut SSB weitere 70 Stunden hinzu. Der Verband warnt deshalb vor einer zusätzlichen Verschärfung der Lage im Schulsport. Aus Sicht des SSB würde die Situation damit nicht verbessert, sondern verschlechtert. Genau deshalb setzt sich der Stadtsportbund nach eigenen Angaben für einen tatsächlichen Ersatz der bisherigen Halle ein.

Vereine in Rheinhausen sehen großen Bedarf

Nach Angaben des SSB ist die Halle nicht nur für den Handball wichtig, sondern auch für viele weitere Sportarten in Rheinhausen. Genannt werden in der Mitteilung unter anderem der OSC Rheinhausen, der VfL Rheinhausen und die HSG. In diesen Vereinen trainieren oder spielen laut SSB jede Woche rund 200 Kinder und Jugendliche. Dazu kommen weitere Nutzer wie Boxer des ABC Rheinhausen sowie Ringer, Gewichtheber und mehrere Schießvereine. Der Stadtsportbund betont, dass diese Vereine bei allen Planungen mitgedacht werden müssten. Sonst bestehe die Gefahr, dass einzelne Angebote wegfallen oder Vereine ohne passende Sportstätte dastehen.

Duisburg als Sportstadt braucht passende Hallen

Der Stadtsportbund verbindet die Diskussion auch mit der grundsätzlichen Frage, wie sich Duisburg als Sportstadt aufstellen will. In der Mitteilung verweist der Verband auf bestehende und geplante Sportstätten wie die Schauinsland-Reisen-Arena, die modernisierte Regattabahn und die neue Eishalle. Gleichzeitig fehle einer Großstadt wie Duisburg aus Sicht des SSB weiterhin eine größere Sporthalle mit Platz für rund 2.500 Zuschauer. Gerade für Meisterschaften, Turniere oder größere Veranstaltungen sei das ein Problem. Die Halle an der Krefelder Straße gilt dem Verband trotz ihrer Bedeutung inzwischen als baulich überholt. Deshalb fordert der SSB eine Lösung, die sowohl dem Vereins- und Schulsport als auch größeren Events gerecht wird.