Indoor-Tauchen in Duisburg: Die faszinierende Unterwasserwelt des Gasometers
Veröffentlicht: Dienstag, 23.06.2026 05:00
Der Tauchgasometer in Duisburg gilt als größtes Indoor-Tauchcenter Europas. Was für eine mystische Atmosphäre dort auf dem Grund herrscht.
Der Moment der Stille, wenn man unter Wasser nichts mehr hört, außer den eigenen Atem und dem leisen Blubbern der Luftblasen. Genau das fasziniert viele Menschen am Tauchsport. Auch in Duisburg kann man in diese besondere Welt eintauchen und zwar inmitten einer beeindruckenden Industriekulisse im Landschaftspark Duisburg-Nord.
Dort befindet sich mit dem Tauchrevier Gasometer das größte Indoor-Tauchtrainingszentrum Europas. Das Becken hat einen Durchmesser von 45 Metern, ist 13 Meter tief und fasst rund 21 Millionen Liter Wasser. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 140.000 gefüllten Badewannen.
Mystische Unterwasserkulisse mit Flugzeugwrack
Langweilig wird es unter Wasser garantiert nicht. Nach dem Abtauchen erinnert die Szenerie eher an einen Nacht- oder Wracktauchgang. Auf dem Grund liegen zahlreiche versenkte Objekte: ein Flugzeugwrack, durch das man hindurchtauchen kann, eine Cessna, mehrere Autowracks, ein altes Schiffswrack, eine Kuh und viele weitere Überraschungen.
Sogar Gespräche unter Wasser sind möglich. In einer Taucherglocke können Taucher kurz den Regler aus dem Mund nehmen und ihrem Tauchbuddy ein paar Worte sagen.
Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre. „Es ist schon eine mystische Stimmung“, sagt Jasmina Klasen, Mitarbeiterin des Gasometers. Die versenkten Objekte werden lediglich von einzelnen Spots angestrahlt, während die Umgebung in Dunkelheit gehüllt bleibt.
Darum verändert sich die Wassertemperatur im Gasometer
Aktuell liegt die Wassertemperatur bei 15,19 Grad Celsius. Im Sommer kann sich das Wasser jedoch deutlich erwärmen.
„Wir sind nicht beheizt. Wir haben keine Heizung, die das Wasser dauerhaft auf 27 Grad hält, sondern sind wetterabhängig“, erklärt Klasen. „Je wärmer es draußen ist, desto wärmer wird es auch hier drinnen.“
Die Außenwand des Gasometers besteht aus Stahl und ist dunkelgrün gestrichen. Dadurch heizt sie sich bei Sonnenschein besonders stark auf. Die gespeicherte Wärme wird anschließend an das Wasser abgegeben, das sich dadurch Tag für Tag langsam erwärmt.
Das Wasser im Gasometer heizt sich im Sommer so meist auf 20 bis 21 Grad Celsius auf, manchmal sogar mehr. „Wir hatten hier sogar schon einmal 26 Grad“, erzählt Klasen lachend.
Die Geschichte des Gasometers
Ursprünglich diente der Gasometer als Gasspeicher der Schwerindustrie. In den 1990er-Jahren wurde die Anlage zu einem Tauchgewässer umgebaut und 1998 schließlich mit Wasser geflutet.
Im Jahr 2001 startete der Tauchbetrieb. Vier Jahre später musste der damalige Betreiber Insolvenz anmelden. Anschließend übernahm Christian Patzak im Jahr 2005 die Anlage. Seitdem führt er das Tauchrevier weiter und hofft, dass noch viele weitere Jahre folgen werden.
Infos über den Gasometer im Überblick
- Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag öffentlicher Tauchbetrieb von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 12 bis 20 Uhr nur für Tauchclub und -schule
- Preise: Tageskarte 26 Euro und Verleihausrüstung 50 Euro, Schnuppertauchen 79 Euro
- Adresse: Emscherstraße 71, Duisburg, Tauchbasis auf dem Besucherparkplatz des Landschaftsparks Nord
- Webseite: tauchrevier-gasometer.de