Flexible Kurzstunden auch für die Oberstufe?

Radio Duisburg

Flexible Kurzstunden auch für die Oberstufe?

Duisburg und NRW diskutieren über besseren Hitzeschutz an Schulen. Ein Elternverband fordert flexible Kurzstunden auch für die Oberstufe. Warum das Thema drängt.



Die Landeselternschaft der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen fordert mehr Flexibilität beim Hitzeschutz an Schulen. Konkret geht es um Kurzstundenmodelle, die nach Vorstellung des Verbands nicht nur für jüngere Klassen, sondern auch für die gymnasiale Oberstufe gelten sollen. Hintergrund sind nach Angaben der LE Gym NRW zunehmende Hitzetage und längere Hitzeperioden. Aus Sicht des Verbands muss sich der Schulalltag deshalb stärker an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Dabei solle der Unterricht möglichst weiterlaufen, ohne die Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aus dem Blick zu verlieren.

Oberstufe soll bei Hitze mitgedacht werden

Der Vorsitzende der LE Gym NRW, Dr. Oliver Ziehm, spricht sich ausdrücklich für flexible Lösungen aus. „Wir brauchen praktikable Lösungen, die sowohl den Gesundheitsschutz als auch die Unterrichtsversorgung im Blick behalten“, erklärt Ziehm in der Mitteilung. Gerade in der Oberstufe dauere der Schultag oft bis in den Nachmittag. Das sei besonders belastend, wenn Klassenräume stark aufgeheizt sind. Ein flexibles Kurzstundenmodell könne nach Ansicht des Verbands deshalb Lehrkräfte und Lernende gleichermaßen entlasten. Die Landeselternschaft hatte ein solches Modell nach eigenen Angaben bereits im Sommer 2025 für weiterführende Schulen vorgeschlagen.

NRW-Debatte betrifft auch Duisburg

Flexible Kurzstunden auch für die Oberstufe? © Foto: Stefan Arend / Funke Foto Services
Flexible Kurzstunden auch für die Oberstufe?
© Foto: Stefan Arend / Funke Foto Services

Für Duisburg ist das Thema nicht neu. Radio Duisburg hatte bereits im Juli 2025 darüber berichtet, dass es an besonders heißen Tagen an Duisburger Schulen Hitzefrei oder Kurzstunden geben kann, wenn in Klassenräumen 27 Grad erreicht werden. Damals galt zugleich: Die Oberstufe war von dieser Erleichterung ausgenommen. Genau an diesem Punkt setzt die aktuelle Forderung der LE Gym NRW an. Der Verband schlägt vor, Unterricht bei extremer Hitze nicht einfach ausfallen zu lassen, sondern ihn mit kürzeren Stunden, angepassten Pausen, digitalen Arbeitsphasen oder der Nutzung besser geeigneter Räume flexibler zu organisieren.


Schulgebäude in Duisburg und NRW anpassen

Nach Ansicht der Landeselternschaft reichen kurzfristige Einzelmaßnahmen allerdings nicht aus. Der Verband fordert auch Investitionen in Schulgebäude, damit Lernen bei Hitze langfristig besser möglich bleibt. Genannt werden Verschattungssysteme, außenliegende Jalousien, moderne Belüftungsanlagen und eine hitzeresistente Bauweise. Damit richtet sich die Forderung an das Land Nordrhein-Westfalen und an die Schulträger. Sie sollen nach Vorstellung des Verbands verbindliche Rahmenbedingungen schaffen, den Schulen vor Ort aber gleichzeitig genug Spielraum für eigene Lösungen lassen. In Duisburg hatte die Stadt bereits im Sommer 2025 auch Sonnenschutzmaßnahmen an einzelnen Schulen angekündigt.

Was der Elternverband jetzt fordert

Die LE Gym NRW betont, dass nicht jede Schule vor denselben Problemen steht. Deshalb seien starre Vorgaben aus Sicht des Verbands nicht sinnvoll. Stattdessen brauche es flexible Modelle, die zu den baulichen und organisatorischen Bedingungen vor Ort passen. Ziehm sagt dazu: „Nicht jede Schule steht vor denselben Herausforderungen. Deshalb brauchen wir keine starren Vorgaben, sondern flexible Modelle, die den unterschiedlichen Bedingungen gerecht werden.“ Ziel sei es, Gesundheitsschutz, Verlässlichkeit und Unterrichtsqualität miteinander zu verbinden. Die Landeselternschaft will die Diskussion nach eigenen Angaben weiter begleiten und Erfahrungen von Eltern in den politischen Dialog einbringen.